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Psychologie im Pokerspiel � eine Einführung
Wer die Psychologie in die Anstalt oder Praxis verbannt, der ist sicherlich nicht auf dem neuesten Stand. Selbst beim Pokerspiel ist die psychologische Komponente nicht wegzudenken, die das Spiel stark beeinflussen kann. Sicherlich mögen Strategie, Taktik, Mathematik oder Erfahrung einen guten Pokerspieler auszeichnen, doch ohne psychologische Fertigkeiten lassen sich auch damit keine Live-Turniere gewinnen.

Grundsätzliches Prinzip beim Poker ist es, seinen Gegner nicht wissen zu lassen, was man selbst auf der Hand hält. Dabei reicht es bei der "face-to-face"-Begegnung natürlich nicht aus, stillschweigend seine Karten anzustarren, sondern sich auch in seinem Verhalten keine verdächtigen Regungen erkennen zu lassen. Bereits hier liegt die Psychologie begründet, die beim Poker so wichtig ist: in der Mimik und Gestik. Bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erforschte der US-Psychologe Paul Ekman die verschiedenen Gesichtsausdrücke auf ihre Universalität und kam zum Ergebnis, dass die Grundemotionen von Freude bis Trauer angeboren und universell sind. Entsprechend spiegeln sich gute oder schlechte Pokerkarten auf der Hand also auch in der Mimik wider; das Gesicht mutiert also zu einer von allen einsehbaren Projektionsscheibe, die mehr preisgibt, als der Pokerspieler am grünen Filz eigentlich will.

Der Großteil der Spieler reduziert die psychologische Komponente deshalb auf das sogenannte "Pokerface", das ausdruckslos scheint und es dem Kontrahenten erschweren soll, die Karten des Gegenübers zu erahnen. Damit wird der Störfaktor Mimik und Gestik stillgelegt; die psychische Spielerei findet meist nur auf verbaler Ebene statt, indem man versucht, seinen Gegner in die Irre zu führen. Den wenigsten Pokeranhängern erschließt sich jedoch, dass diese Täuschung auch auf nonverbaler Ebene möglich ist und dort sogar weitaus effektiver agiert. Das "Pokerface" dient nämlich prinzipiell nur zur Desinformation, nicht jedoch zur Täuschung, die einen unwahren, also nicht der Realität entsprechenden Charakter annimmt. Oder anders formuliert: Während man mit dem Pokerface sein Blatt verheimlicht, kann man mit angebrachter nonverbaler Täuschung den Kontrahenten ein völlig falsches Bild seiner Karten vermitteln. Doch wieso sollte dies effektiver sein als die verbale Täuschung?

Grundsätzlich ist es unmöglich seine Emotionen zu steuern beziehungsweise zu kontrollieren. Im Gegensatz zu unseren Gedanken, die im Neokortex entstehen, entstehen Gefühle in einem völlig anderen Gehirnareal, dem limbischen System. Zwar können Emotionen verdrängt oder auch unterdrückt werden, jedoch niemals vollständig beziehungsweise immer nur bereits in ausgeprägtem Zustand. Wie Paul Ekman feststellte, spiegeln sich die Emotionen jedoch direkt in unserer Mimik und Gestik wider, weshalb es nahezu unmöglich ist, bei aufkommenden Emotionen dennoch Ausdruckslosigkeit zu vermitteln. Selbst bei einem aufgesetzten "Pokerface" sind für einen Sekundenbruchteil Emotionen erkennbar, die in ihrer Ausprägung jedoch sofort unterdrückt werden und damit nur sehr schwer in der Mimik erkennbar sind � sie wurden von Ekman als "Micro Expression" getauft. Damit ist zwar geklärt, dass bei genauer Beobachtung und Kenntnis über Gesichtsausdrücke jeder Pokerspieler durchschaut werden kann, jedoch nicht, wieso sich durch nonverbales Verhalten Täuschung so effektiv einsetzen lässt.

Wenn sich Gefühle nicht kontrollieren lassen, diese aber eng mit der Mimik und Gestik verknüpft sind, so folgt, dass auch Mimik und Gestik nur schwer gesteuert werden können. Gerade deshalb schenkt man diesen (nonverbalen) Informationsquellen mehr Glauben, als den verbal Übermittelten, die demgegenüber sehr wohl gesteuert werden können; darüber hinaus können Gesichtsausdrücke auch nur viel schwerer gefälscht werden. Doch gerade diese Fälschung ermöglicht die Täuschung, die beim Poker wirkungsvoll eingesetzt werden kann und soll, um das Spiel zu seinem Gunsten zu beeinflussen. Spielen Sie in Online Casinos Test verschiedene Spiele.









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In der Praxis kann die nonverbale Täuschung prinzipiell immer eingesetzt werden. Bei besonders guten Karten auf der Hand kann beispielsweise mimisch Enttäuschung vermittelt werden, wobei diese Emotion durch zögerliches Callen und unsicheres Spielverhalten ergänzt werden kann. Analog lässt sich Täuschung in Mimik und Gestik auch bei durchschnittlichen oder gar schlechten Karten einsetzen, beispielsweise um einen "Bluff" erfolgreich auszuführen. Hierbei vermittelt der Spieler Freude in seinem Gesichtsausdruck, wobei diese Emotion durch aggressives und sehr sicheres Spielverhalten ergänzt werden kann. Während mithilfe der simulierten Enttäuschung versucht wird, möglichst viele Spieler im Rennen zu halten und seinen potenziellen Gewinn zu vergrößern. Beim "Bluff" wird dagegen versucht, seine Kontrahenten abzuschrecken, damit es gar nicht erst zum Showdown (den man vermutlich sowieso verliert) kommen kann. Es ist jedoch wichtig, dass jegliche Täuschungsmanöver in Mimik und Gestik konsequent und vor allem natürlich ausgeführt werden. Hierzu braucht es Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Gesichtsausdrücken, da diese bei falscher Ausführung im Zweifelsfall sogar das eigentliche Blatt verraten können. Die mimische Täuschung sollte beim Pokern also eindeutig und wiederholend sein, aber zugleich auch kurzzeitig, damit kein Verdacht aufkommt.

Diese psychologische Täuschung mithilfe nonverbalem Verhalten lässt sich jedoch nicht nur auf die eigene Hand anwenden, um also dem Gegner ein falsches Bild von seinen eigenen Karten zu vermitteln, sondern genauso auch, um den Gegner in die Irre zu führen, was sein eigenes Blatt angeht. Anders formuliert: Ein guter Pokerspieler kann durch nonverbale wie auch verbale Strategie vermitteln, was er glaubt, im gegnerischen Blatt zu erahnen. Wer beispielsweise gute Karten auf der Hand hat, kann nicht nur versuchen, schlechte Karten zu simulieren, sondern auch den Gegner in eine überlegene Stellung durch mimische und verbale Täuschung zu setzen, die ihn letztlich zu einem Raise oder Ähnliches überzeugt. Die Anwendungsmöglichkeiten der Psychologie im Pokerspiel sind keine Grenzen gesetzt!



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